Statement zur aktuellen Lage am Verpackungsmarkt

Seit dem vergangenen Herbst haben wir mehrmals die Abgabepreise anpassen müssen. Hinzu kommen lange Lieferzeiten in allen Bereichen. Bereits die Corona-Pandemie hat den Verpackungsmarkt vor große Herausforderungen gestellt; durch den Krieg in der Ukraine hat sich die Marktlage jedoch weiter verschärft. Hier beleuchten wir die komplexen Ursachen der angespannten Lage – und geben einen Ausblick auf die kommenden Monate.

Krieg in der Ukraine

Der seit Ende Februar andauernde Krieg in der Ukraine, den auch wir mit großer Sorge und tiefem Mitgefühl für das Leid der Bevölkerung beobachten, wirkt sich auch auf die Versorgung aus: Sowohl Russland als auch die Ukraine haben als Rohstofflieferanten und Produktionsstätten eine große Bedeutung. Die Einschränkungen in der Produktion bzw. Stilllegung von Werken werden die ohnehin angespannte Versorgungslage also weiter verschärfen – auch für westeuropäische Fabriken, die ihre Rohstoffe aus Russland beziehen.

Hinzu kommt, dass erste namhafte internationale Papierhersteller angekündigt haben, ihre Zellstoff- und Papierproduktion in Russland und der Ukraine zu stoppen. Der Wegfall dieser Mengen kann durch andere Hersteller nicht aufgefangen werden, was die Versorgungslage für Papier und papierbasierte Produkte weiter verschärft.

Rohstoffnebenkosten

Altpapier ist weiterhin sehr teuer. Seit Februar 2021 sind die Preise um 70% gestiegen. Betrachtet man die Preissteigerung seit September 2020, sprechen wir sogar von 220%.

Weizen und Mais als wichtige Rohstoffe für die bei unseren Vorlieferanten eingesetzte Stärke bei der Leimproduktion sind extrem knapp und entsprechend im Preis gestiegen. Das bedeutet eine Einkaufspreissteigerung bei Leim von 40%. Die Preissteigerung für Stärke liegt bei rund 50%.

Die Preise für Transportpaletten sind um 95% gestiegen.

Ebenfalls merklich teurer geworden sind Granulate und Folien. Hier sind beispielsweise Preissteigerungen von 60% bei OPP-Folien zu verzeichnen. Die Preise für HDPE-Flachfolien, aber auch PE-LD, PE-LLD sowie PP sind merklich gestiegen. Je nach Material stiegen die Preise in Einzelfällen im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2020 um bis zu 100 Prozent. Die Lieferanten von Verpackungsfolien haben bereits weitere Preiserhöhungen angekündigt.

Energiepreise

Die aus den Nachrichten bekannten kriegsbedingten Effekte auf die Energiepreise haben drastische Auswirkungen auf den Markt. Quasi über Nacht sehen sich die Hersteller weiteren massiven Energiepreiserhöhungen gegenüber. Zum großen Teil können sie die Preise nur wochenweise vereinbaren, was bereits zu sehr kurzfristigen Energiekostenzuschlägen geführt hat. Diese Zuschläge gelten dann auch für unmittelbar zur Lieferung anstehende Aufträge. Die Alternative für viele Hersteller wäre die Einstellung der Produktion, die ansonsten nicht mehr wirtschaftlich dargestellt werden kann. Leider sind vereinzelte Fabriken diesen Weg schon gegangen.

Transportkapazitäten

Ebenfalls eine Folge des Ukraine-Krieges ist die weitere Verknappung von Transportkapazitäten. Ukrainische und auch russische Lkw-Fahrer waren häufig als Subunternehmer auf Europas Straßen unterwegs. Es liegt auf der Hand, dass deren Ausfall angesichts der ohnehin schon knappen Kapazitäten zu weiteren Herausforderungen führt.

Die allermeisten Transporte finden in der gesamten Lieferkette per Lkw statt. Die enorme Preisentwicklung beim Diesel wird zu einem weiteren Kostendruck führen.  

Vor dem Hintergrund dieser Aspekte ist eine Entspannung der Versorgungslage in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Wellpappenrohpapiere, Vollkarton, Kunststoffe sowie technische Maschinen, werden sehr kurzfristig weitere Preissteigerungen erfahren, die vermutlich noch deutlicher ausfallen als bisher. Die Möglichkeiten einer Kompensation der Preisentwicklung sind in allen Stufen der Lieferkette mittlerweile ausgeschöpft. 

Wir hoffen, dass sich einige Themen, allen voran der Krieg gegen die Ukraine, bald lösen werden. Rohstoffknappheit und Kostensteigerungen werden uns alle aber weiter beschäftigen. 

Wir sind mit allen unseren Lieferanten in intensivem Kontakt, um auf neue Entwicklungen rasch reagieren zu können und die Versorgung unserer Kunden bestmöglich zu gestalten. Wir informieren Sie über die weitere Entwicklung, und selbstverständlich stehen Ihnen unsere Verkaufsberaterinnen und -berater für Fragen jederzeit zur Verfügung.